Aug 31
meint Franzi in ihrem Blog, und bezieht sich damit auf einige Fragen von Der Gosch.

Ich zitiere der Einfachheit mal letztere, um die Fragen aufgreifen zu können:

Was ich mich nur frage: Wie fühlt man sich denn so, wenn man weiß, dass man den Rest seiner Tage mit ein und dem selben Menschen verbringen will? Wie ist es, wenn alle Fragezeichen verschwunden sind? Was wenn man nicht nach einer Nacht denkt, dass man sich das eben durchaus hätte sparen können?

Die Freunde scheinen alle sehr glücklich mit dem Gedanken zu sein. Aber was ist denn dann, wenn man den richtigen Menschen liebt? Ist man dann entspannter, konzentrierter, satter? Kann man Dinge tun, die man vorher noch nicht konnte? Schneidet man sich die Fingernägel anders? Schmeckt das Essen besser?



Zuerst dachte ich daran, beide Einträge zu kommentieren. Aber ich merkte schnell, dass ich das lieber hier im eigenen Blog mache. Ein Grund ist sicherlich, dass die Einträge der beiden schon etwas älter sind, der andere, dass es sich wohl um etwas Persönliches handelt, dass ich dann auch gerne hier stehen haben möchte. Außerdem habe ich mehrmals an diesem Eintrag gefeilt, und das geht hier besser.

Also zur Sache:
Ich bin jetzt 10,5 Jahre mit meiner Frau zusammen und über 4 Jahre verheiratet. Es gab Höhen und Tiefen, richtig gute und richtig schlechte Zeiten.
Aber es gab, glaube ich, nicht den Morgen, an dem ich aufgewacht bin und mir klar war, dass ich mit ihr mein Leben verbringen will.
Sicher irgendwann war es klar. Aber es war kein Blitz, der einschlug.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Frage überhaupt richtig gestellt ist. Schliesslich möchte man doch in jeder Beziehung, dass der aktuelle Partner der richtige Mensch ist, der, der für ein ganzes Leben reicht.

Aber wenn man sich dann mal sicher ist, dass der Partner der richtige ist, fühlt es sich schon gut an. Aber ob alle Fragezeichen verschwunden sind? Ich glaube nicht. Obwohl ich mir derzeit keine Sorgen mache, dass meine Beziehung die nächsten 30 Jahre nicht überlebt, erzeugt der Alltag immer wieder kleine Fragezeichen. Es ist ja auch so: Jeder Mensch entwickelt sich im Laufe seines Lebens weiter und in diesem Zusammenhang finde ich es wichtig, dem anderen die Freiheit zur Fortentwicklung zu geben, diese zu begleiten und zu zeigen: Ich begleite deinen Weg. Und bin dabei, auch wenn das eine Anpassung meinerseits verlangt. Das heisst aber nicht, dass ich mich in meiner Entwicklung eingeschränkt fühle.

Ich bin übrigens auch davon überzeugt, dass es den richtigen Menschen nicht gibt. Als wir vor fast 5 Jahren mit den Hochzeitsvorbereitungen anfingen, hielten uns viele für sehr jung und wollten wissen, ob wir uns denn sicher seien. Salopp formulierte ich meine Antwort immer mit" Beziehungen sind nicht einfach, ich bin nicht einfach, sie ist nicht einfach. Aber eine einfachere Beziehung wird es nicht geben, also kann ich das durchaus probieren." Wir haben dies dann auch im Trauspruch für die Hochzeitsmesse aufgenommen: "Ist denn die Ehe ein Paradies, oder ein Acker der nach Arbeit ruft?"

Insgesamt glaube ich, daß meine Leben durch die Ehe schon entspannter ist. Ich weiß, daß ich zuhause erwartet werde. Ich bin nicht alleine, habe immer ein Ansprechpartner. und muss nicht alles mit mir alleine ausmachen. Dazu gehören nicht nur irgendwelche zwischenmenschlichen Probleme, sondern auch so "banale" Dinge, wie das aussuchen der richtigen Couch, Küchenstühle oder oder oder. Ich finde solche Entscheidungen zu zweit immer einfacher.
Mir persönlich ist es auch wichtig, mein Leben nicht alleine zu gehen. Derzeit würde es etwas dauern, bis ich das hinbekäme, aber ich glaube es ginge...

Franzi kommt irgendwann auf den Aspekt das Beziehungen auf einmal auch einen gewissen Teil "Zweck" beinhalten. Ja natürlich, aber ich denke, dass das bei allen Dingen so ist, die der Mensch angeht: Arbeiten, Urlaub, Essen, Bügeln alles hat irgendeinen Zweck.
Und in Beziehungen ist sicherlich auch ein gewisser Zweck der Arbeitsteilung vorhanden. Aber das halte ich nicht für schlimm, sondern eher praktisch. (Ok, vielleicht liegt das auch daran, dass wir eine eher konservative Art der Teilung gewählt haben.)
Auf der anderen Seite: Ewiges Verliebtsein, Glücksgefühle, Hormonstürme, was auch immer, kann man doch gar keine Ewigkeiten aushalten.

4 Tage hat der Artikel geruht, jetzt wird er freigeschaltet, nachdem ich mehr als einmal inhaltlich drüber geschaut habe



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Geschrieben von Chrittig

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